Worum geht es?

Kulturlandschaften mit vielfältiger Nutzung und historischer Prägung, wie sie in der Region zwischen der Stadt Potsdam, Werder und Ketzin, Lehnin und Brandenburg a.d. Havel entstanden sind, bedürfen besonderer Schutz- und Bewirtschaftungsformen. Ausgedehnte Obstbau-, Acker- und Grünlandflächen, die aufgrund der konventionellen landwirtschaftlichen Nutzung stark sanierungsbedürftig sind, können ihrer landschaftsgestaltenden wie auch ihrer CO2-senkenden Funktion (Niedermoore) kaum gerecht werden. Vereinzelte Landwirtschaftsbetriebe haben ihre Produktion bereits auf eine natur- und landschaftsverträgliche Nutzung umgestellt. Bislang fehlt jedoch der Informations- und Wissensaustausch zwischen Landnutzern, deren relevanten Verbänden, Naturschutzverbänden, Trägern der Umweltbildung und der Bevölkerung, um langfristige Lösungsmöglichkeiten zu generieren. Ziel des Projektes ist es deshalb, ein Netzwerk aus diesen Akteuren und Kommunen für nachhaltige Landbewirtschaftung in der Potsdamer Kulturlandschaft aufzubauen. Weiterhin soll die besondere Kulturlandschaft durch Elemente der Landschaftsgestaltung und des Naturschutzes sowie durch Biotopverbund aufgewertet werden. Dabei spielen, neben ökologischen und ökonomischen Aspekten, auch die Freizeit- und Erholungsnutzung in Verbindung mit Umweltbildung eine wichtige Rolle. Zwei Schwerpunkte werden in dem Projekt vereint: die Erhaltung der vielfältigen Kulturlandschaften westlich und nördlich angrenzend von Potsdam wie auch im Stadtgebiet und eine standortangepasste, klimaschonende Bodennutzung. Diese Schwerpunkte werden durch die folgenden ausführlichen Projektziele umgesetzt:

  • Gemeinsame Entwicklung eines regionalen Kulturlandplans im Netzwerk

  • Etablierung traditioneller und neuer Agroforstsysteme, wie Streuobstwiesen, Baumreihen, Hecken u. ä., in der Kulturlandschaft,

  • natur- und umweltgerechte Gestaltung landwirtschaftlicher Nutzung mit einer Reihe einfacher Maßnahmen, ohne Schmälerung der Wirtschaftlichkeit,

  • angepasste Bewirtschaftung von Niedermoorflächen als CO2-Senken zwischen Potsdam und Brandenburg a. d. Havel und dafür auch teilweise Wiedervernässung sowie

  • die Vermittlung der naturnahen Nutzung siedlungsnaher Landschaften der Bevölkerung durch verschiedene Umweltbildungsmaßnahmen, wie geführte Spaziergänge.

Als Projektergebnisse soll neben dem Aufbau des Netzwerkes auch eine Handlungsstrategie als „Regionaler Kulturlandplan“ mit landschaftspflegerischen und landwirtschaftlichen Handlungsempfehlungen für die Landnutzer, die umliegenden Städte und Gemeinden sowie weitere beteiligte Akteure entwickelt werden. Diese basiert auf den Projekterkenntnissen, die während der Projektumsetzung innerhalb des Netzwerkes gesammelt werden. Das Netzwerk soll auch nach Projektende durch jährliche themenbezogene Veranstaltungen aktiv bleiben.

Laufzeit: 1.09.2020-31.12.2022

Fördermittelgeber: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) bzw. Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK), gefördert aus EU-Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)